#MappingMuseum: Das Lauschen der Wände

Ein Mappingprojekt des Performancekollektivs Fetter Fisch in Kooperation mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur Westfälisches Landesmuseum in Münster und dem Modellprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen“

Das LWL – Landesmuseum für Kunst und Kultur feierte mit der Performance #MappingMuseum: Das Lauschen der Wände am 19. und 20. September 2014 jeweils um 19:30 Uhr die Wiederöffnung. Das Künstlerkollektiv Fetter Fisch betrieb hinter den noch verschlossenen Türen vorab Recherche.

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Fotos: Johann Edelmann

Mit einem Choreografen, einer bildenden Künstlerin, einem Videokünstler, einem Komponisten, einer Theaterpädagogin sowie 75 Schülerinnen und Schülern aus Kinderhaus, hat das Kollektiv im Rahmen des Modellprogramms „Kulturagenten für kreative Schulen“ die neuen Räume künstlerisch erforscht, an den Wänden gelauscht, hinter Tücher und auf Werke gelinst, das architektonische Konzept untersucht, es ist der Geschichte des Landesmuseums auf den Grund gegangen, hat Bürgerinnen und Bürger, Museumsmitarbeiter und Experten befragt. Aus dem Material haben die Künstler eine Liaison von Sound, Tanz und Theater entwickelt, die den Auftakt in eine neue Museumsära begleitet.

Maria: „Du hast ein grundsätzliches Misstrauen in die Benutzeroberflächen der Gegenwart entwickelt? Ich möchte deine „Museumsapp“ ausschalten. Ich möchte deinen antrainierten Kunstguck abschalten. Gehe auf eine frühere Schicht und lasse das Museum deiner Kindheit in dir lebendig werden. Gehe darin spazieren. Atme tief. Atme laut. Denke an etwas ganz anderes. Gebe einen Laut von dir. Sage A“.

CAST
Künstlerische Leitung Cornelia Kupferschmid und Heike Kortenkamp ǀ Performance Cornelia Kupferschmid, Jan Sturmius Becker, Juan Branca ǀ Dramaturgie & Text Heike Kortenkamp ǀ Regie & Choreografie Leandro Kees ǀ Videodesign Johann Edelmann ǀ Komposition & Sounddesign Ralf Haarmann ǀ Kostümbild & bildende Kunst Verena Kuhlmann ǀ Lichtdesign Johannes Sundrup ǀ Künstlerische Feldforschung Ensemble ǀ Theaterpädagogik Johanna Kösters-Eenkhoorn ǀ Regieassistenz Janine Ahmann ǀ Management Rut Profe-Bracht, Judith Heese

Kooperationspartner LWL-Museum für Kunst und Kultur/ Westfälisches Landesmuseum, Münster

In Zusammenarbeit mit der Geschwister-Scholl-Realschule, der Waldschule Kinderhaus und der Uppenbergschule in Münster (teilnehmende Schulen am Modellprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen“ in Münster)

 

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Berichte und Meldungen

Die Kulturagenten über #MappingMuseum: Das Lauschen der  Wände:
http://publikation.kulturagenten-programm.de/detailansicht.html?document=98

Performance im Museums-Neubau „Glauben Sie an die Kunst?“
So., 21.09.2014 Westfälische Nachrichten, Münster

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Menschen im Museum: Cornelia Kupferschmid, Jan Sturmius Becker, Juan Branca sowie Leandro Kees (von rechts) treten in Aktion. Foto: isa

Von Isabell Steinböck
Der Anfang wirkt pur, klassisch: Drei Performer stehen Rücken an Rücken, nackt, im Zentrum des Foyers – dieser eindrucksvoll-raumgreifenden Passage des neuen LWL-Museums für Kunst und Kultur – und lassen sich zeichnen. Inmitten des weißen, weiten Raums scheint alles möglich: Tatsächlich erweisen sich die drei Figuren als Inspirationsquelle und Künstler zugleich, wenn sie sich aus ihrer starren Position lösen und mit dem Gegenüber in Kontakt treten. Hände berühren sich, Gliedmaßen werden festgehalten, Körper gestoßen. Leandro Kees, Choreograf und Regisseur des Projekts, lenkt den Blick auf Details, wenn er mit seiner Videokamera Gesichter an die Wand projiziert oder tastende, tanzende Finger in Großaufnahme.
„Mapping museum – das Lauschen der Wände“ ist der Titel der Performance des Kollektivs „Fetter Fisch“ (Leitung: Cornelia Kupferschmid und Heike Kortenkamp), das den Neubau des Museums für das breite Publikum eröffnete. Feldforschung, sogenanntes Mapping (Kartografie) des eigenen Lebensraums, gehört zum künstlerischen Konzept der dreiköpfigen Gruppe, die sich schwerpunktmäßig dem Kinder- und Jugendtheater widmet. Dementsprechend haben sie im Rahmen des Modellprogramms „Kulturagenten für kreative Schulen“ 75 Schülerinnen und Schüler (der Geschwister-Scholl-Realschule, Uppenbergschule und Waldschule Kinderhaus) als Mitforschende beteiligt. Ein halbes Jahr lang gingen sie Räumen, Kunst und Geschichte des Museums auf den Grund. Den physisch geprägten Zugang der Kinder nahmen die Künstler zum Ausgangspunkt ihrer Performance, die, passend zum Konzept von Architekt Volker Staab, zwischenmenschliche Begegnung ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt.
Die drei Schauspieler, Cornelia Kupferschmid, Juan Branca und Jan Sturmius-Becker, gehen es offensiv an, wenn sie mit ihrem Mikrofon durch Zuschauergruppen laufen und Fragen stellen, wie: „Sind Sie glücklich?“, „Glauben Sie an die Kunst?“, sogar: „Würden Sie sich mal auf mich draufstellen?“ Und das Publikum macht mit, beantwortet lächelnd Fragen, erwidert Umarmungen, tanzt mit ihnen durch den Raum. Selten hat man eine Museumseröffnung so persönlich erlebt – schön!

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Fotos: Johann Edelmann

 

 

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Am Mittwoch, den 25. Juni 2014 und am Donnerstag, den 26. Juni 2014 war es so weit: die Klassen der Geschwister-Scholl-Realschule (GSR) und der Waldschule Kinderhaus präsentierten auf den Terrasse des Stadtteiltreffs Mokido (am Bürgerhaus in Münster Kinderhaus) ihre Projektergebnisse in ihrem eigenen Museum. In einer interdisziplinären Ausstellung zwischen Kunst und Dokumentation konnte man das MOBILE KINDERMUSEUM erleben. Mit Elementen der bildenden Kunst, mit Video, Fotografie, Text, Klang und Performance erhielten Besucher einen Vorgeschmack auf die Eröffnungsperformance des LWL-Museum für Kunst und Kultur Münster am 19. und 20.09.2014.

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