In Arbeit

THE ART PIECE

Performance für junges Publikum ab 11 Jahren
Eine internationale Künstlerkooperation über den Sinn der künstlerischen Arbeit in einer globalen Gesellschaft

Premiere: 12. November 2017
Veranstaltungsort:  Theater in der Meerwiese, An der Meerwiese 25, 48157 Münster
VVK-Beginn: Oktober 2017

In Zusammenarbeit mit dem Regisseur und Choreografen Leandro Kees entwickelt Fetter Fisch – Performance | Theater eine internationale Theaterproduktion für junges Publikum ab 11 Jahren. Sie rührt an die Grundlagen unseres künstlerischen Wirkens, beschäftigt sich mit dem Nutzen, der Bedeutung und dem Verständnis von Kunst in unserer globalen Gesellschaft.

Fetter Fisch forscht und entwickelt auf zwei Kontinenten, in Argentinien und in Deutschland. Dabei bilden ein Theater-Recherchelabor mit der Zielgruppe 11 bis 14-Jährige, die Zusammenarbeit mit Kunstspezialisten sowie der biografische Blick auf die eigene künstlerische Erfahrung die Basis der Arbeit.

Weltweit prägen die neuen Medien den Alltag, soziale Kontakte finden medial vermittelt statt. Theater schafft im Gegensatz dazu einen realen gemeinsamen Raum, in welchem Darsteller und Zuschauer im Hier und Jetzt mit allen Sinnen aufeinandertreffen.

Was bedeutet es, dieses „live“ in einer Inszenierung ästhetisch und inhaltlich zu greifen, neu zu verstehen, so dass dies für (junge) Menschen auf verschiedenen Kontinenten erfahrbar und erlebbar wird?

Die Herausforderung der künstlerischen Recherche in Deutschland und Argentinien als Basis für diese Stückentwicklung ist bewusst gewählt. Die Unterschiede zwischen Münster/Deutschland und Neuquén/Argentinien könnten nicht größer sein, zwischen nahezu kultureller Übersättigung und kulturellem Brachland.

Inmitten dieser Unterschiedlichkeit wollen wir erforschen, wie wir Theater und Tanz als interkontinentale Praxis verstehen und ein Stück schaffen können, das kulturelle und ästhetische Unterschiede zu überbrücken sucht, verbunden mit der Frage: gibt es etwas wie universelle, künstlerische Bedürfnisse und eine universelle Ebenen der künstlerischen Auseinandersetzung.

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Team:

Künstlerische Leitung / Spiel: Cornelia Kupferschmid
Konzept und Regie: Leandro Kees
Spiel: Marcela Ruiz Quintero
Künstlerische Mitarbeit: Francisco Ruiz
Wissenschaftliche Mitarbeit: Lena Geuer
Organisation und Öffentlichkeitsarbeit: Kerstin Stienemann / Regina Wegmann
Theaterpädagogik, Schulkontakte: David Kilinç
Technik / Licht: Johannes Sundrup

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Leandro Kees
Leandro Kees, Regisseur und Choreograf, sucht in seinen Arbeiten stets die Auseinandersetzung mit politischen und philosophischen Themen. Er entwickelt Bühnenproduktionen in einer Mischung aus Text, Choreographie, Video und Installation. Ehe er 2000 für sein Studium „Zeitgenössischer Tanz“ an der Folkwang Hochschule in Essen nach Deutschland kam, studierte er Film und Theater in Argentinien. Die Verbindung von filmischen, digitalen, theatralischen und choreographischen Mitteln ist immer Kernpunkt seiner Arbeit geblieben.
Kees arbeitet als Gastdozent an der Abteilung für Physical Theatre der Folkwang Universität in Essen und inszeniert als freiberuflicher Regisseur/Choreograf u.A. für das Theater Münster, das Theater Oberhausen und  das Düsseldorfer Schauspielhaus. Ein weiteres, wichtiges  Arbeitsfeld sind Museen, in denen seine Installationen zu sehen sind. So inszenierte er u.A. 2010 die Installation Adaption im Albertinum Museum / Städtische Kunstsammlung Dresden und entwickelte gemeinsam mit Fetter Fisch die Performance #MappingMuseum: Das Lauschen der Wände zur Wieder-Eröffnung des LWL-Museums für Kunst und Kultur Münster im September 2014. Er war Stipendiat des Tanzplan Deutschland an der Semper Oper in Dresden. Dort erarbeitete er Antropomorfia, eine Produktion, die später  in Mexiko und Argentinien neu inszeniert wurde.
Zwischen 2011 und 2012 produzierte er im Tanzhaus NRW „TRASHedy“ und „Chalk About“, zwei Produktionen für ein junges Publikum, die sich mit Themen wie Identität, Sexualität und Umweltbelastung beschäftigen und ihm internationale Anerkennung einbrachten. 2012 gründete er das Künstlerensemble „Performing Group“ mit Julia Mota Carvalho (Tanz), Daniel Matheus (Schauspiel) und Martin Rascher (Musik/Video).
TRASHedy gewann beim Westwind Festival 2013 sowohl den Fachjury- als auch den Jugendjurypreis. Es folgten seitdem mehr als 100 Gastspieleinladungen nach Frankreich, Luxemburg, Österreich, Liechtenstein, in die Schweiz und in die Niederlande. 2015 wurde TRASHedy als eine von 10 herausragenden Produktionen für ein junges Publikum in Deutschland für das Augenblick mal! Festival in Berlin ausgewählt. Darauf folgten mehrere internationale Tourneen in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, u.A. nach Indien, Island, Korea und Japan.
Chalk About, entstanden in der Zusammenarbeit von Leandro Kees und Christine Devaney und wird derzeit sowohl von Performing Group (Deutschland) als auch von Curious Seed (Schottland) gespielt. Diese Produktion, die mit einfachen Mitteln und biographischer Herangehensweisen unser Gefühl von Identität und Geschlecht in Frage zu stellen versucht, entstand in Het Lab in Utrecht und wurde unter anderem am Sydney Opera House in Australien und Sadler’s Wells Theatre in London aufgeführt. 2014 bekam Chalk About eine fünf Sterne Kritik in der London Times. Sie wurde seit 2012 über 150 Mal in 15 Ländern aufgeführt.
2016 gewann Leandro Kees zum zweiten Mal den ersten Preis der Westwind Festival. Die Produktion „Das unsichtbare Haus“, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Theater Münster, wurde als beste Produktion in NRW des Jahres ausgezeichnet.
Seit 2016 arbeitet Leandro Kees abwechselnd in Köln und Lateinamerika und untersucht, wie er sich als Künstler für sinnvolle soziale Projekten einsetzen kann.

Marcela Ruiz Quintero
Marcela Ruiz Quintero ist in Kolumbien geboren. Im Jahr2000 absolvierte sie ihren Studiengang Darstellende Kunst mit dem Schwerpunkt zeitgenössischer Tanz an der Universidad Distrital de Bogotá in Kolumbien und machte ihren Abschluss im Studiengang Tanz im Jahr 2004 an der Folkwang Universität der Künste in Essen, Deutschland.
Von 2005 bis 2009 arbeitete sie mit der Folkwang Tanzstudio Dance Company (FTS) mit ChoreografInnen wie: Henrietta Horn, Michèle Anne De Mey, Thierry De Mey, Rodolpho Leoni, Leandro Kees und Ben J. Riepe. Von 2007 bis 2010 wurde sie von der Pina Bausch Tanzkompanie für das ikonische Stück Le Sacre de Printemps (aus dem Jahr 1975) eingeladen, um auf eine große Welttournee zu gehen.
Seit 2009 arbeitet Marcela als freischaffende Tänzerin und Choreografin und seit 2011 gemeinsam mit der Choreografin und Tänzerin Jennifer Ocampo Monsalve und dem Regisseur Philip Gregor Grüneberg, mit denen sie in 2015 die HIDDEN TRACKS COMPANY gegründet hat.

Francisco Ruiz
ist Absolvent der Schule für experimentellen und zeitgenössischen Tanz in Neuquen und als Lehrer für zeitgenössischen Tanz in Argentinien tätig. Außerdem ist er Gründer und Leiter des städtischen Zentrums für Tanz der Stadt Cipolletti. Ruiz verfügt über eine umfangreiche Erfahrung in der Erarbeitung und im Management von Tanzproduktionen. Er ist Hauptverantwortlicher des Festivals “Cipo Danza”, welches bereits zum dritten Mal in Folge stattfindet, wie auch der “Woche der Tradition”. Des Weiteren hat er, unter Anderem, für folgende Künstler und Companien gearbeitet: Andrea Servera, Juan Onofri Barbato, Fabiana Capriotti, Alicia Sánchez (MEX), “La Callejera”, Roxana Carvajal, Miss Bolivia, “Combinado Argentino de Danza”, “Los Potros Malambo”.
Seine Arbeit als Tänzer wurde maßgeblich von folgenden Künstlern und Dozenten, von denen er unterrichtet und trainiert wurde, geprägt: Fabiana Capriotti, Ximena Romero, Rhea Volij, Mariana Sirote, Leandro Kees, Thusnelda Mercy, Clementine Deluy, Damiano Bicci, Sandy Williams, David Hernández, Eleanor Bauer y Fumiyo Ikeda.

Lena Geuer
wurde 1985 in Münster, Westfalen geboren.
Im Jahr 2009 schloss sie ihr Bachelor-Studium in IberoCultura und Kunstgeschichte an der Universität Freiburg ab. Anschließend absolvierte sie ein Masterstudium im Fach Internationales Kunstmanagement am CIAM (Center for International Arts Management) in Köln. Die Kultur Argentiniens, die sie während eines einjährigen Auslandsaufenthaltes intensiv erleben durfte, steht als Forschungsfeld stets im Mittelpunkt ihres Interesses. So widmete Sie sich in ihrer Bachelorarbeit zunächst der Literatur von Roberto Arlt und Ricardo Piglia, während sie in der Masterarbeit verschiedene Akteure der Kunstwelt von Buenos Aires untersuchte. In ihrem derzeitigen Dissertationsprojekt setzt sich die Kunstwissenschaftlerin mit der Genealogie von ‚arte argentino‘ auseinander. Dazu analysiert sie das künstlerische Werk von Luís Felipe Noé und Marta Minujín ab den 60er Jahren bis heute. Im Rahmen ihrer Promotion nahm die Doktorandin an verschiedenen Konferenzen und Workshops zum Thema Kunst und Lateinamerika teil. Im Juni 2017 wird sie in Bern gemeinsam mit ihrer Kollegin Laura Bohnenblust den Workshop „Accesos móviles – alternative Zugänge zur Kunst aus Lateinamerika“ leiten.
Während ihres Studiums arbeitete Lena Geuer für verschiedene kulturelle Institutionen. Seit 2011 wird sie im Skulpturenpark Waldfrieden der Tony Cragg Foundation in Wuppertal für Führungen eingesetzt.